Selbsterfahrung · Körperbeherrschung · Freundschaft
Wushu-Disziplinen sind Abfolgen bewusst arrangierter Kampfbewegungen — Angriffs- und Verteidigungsformen, ausgeführt mit und ohne Waffen wie Stab, Schwert und Säbel.
Viele Techniken entstanden durch die Beobachtung von Tier-gegen-Tier-, Mensch-gegen-Tier- und Mensch-gegen-Mensch-Kämpfen. Daraus entwickelte sich eine Kunstform, die Disziplin, Ausdauer und Ästhetik vereint.
Kung Fu bedeutet wörtlich: eine Fähigkeit durch harte Arbeit und Zeit erwerben. Es ist Kampfkunst und Lebensphilosophie zugleich.
Eine traditionelle Langwaffe des Wushu — Pu Dao (Pudao, Podao). Das chinesische Pudao ist eigentlich eine Waffe der Fußsoldaten, wurde aber für Martial-Arts-Trainierende angepasst und sieht in der Hand eines versierten Kämpfers sehr spektakulär aus.
Der Ursprung des Wushu lässt sich bis in die primitiven Urgesellschaften zurückverfolgen. Im Kampf mit wilden Tieren und im alltäglichen Umgang mit einfachen Verteidigungswaffen findet sich der Keim der späteren Kampfkunst.
In der Epoche der Sippengemeinschaft ereigneten sich zahllose kriegerische Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Stämmen. Eine bewusst eingesetzte Kampftechnik entwickelte sich aus ursprünglich instinktiver Selbstverteidigung. Nach Kriegsende wiederholte man die siegreiche Kampftechnik in einer Art kultischer Zeremonie — so entstand eine martialische Form des Tanzes.
In der Frühlings- und Herbstperiode (770–476 v.u.Z.) wandelte sich der kunstlose Ritus zu vielgestaltigen Tanzformationen: Schwert-Tanz, Säbel-Tanz, Dreizack-Tanz. Diese Tänze bildeten die Urform der heutigen Wushu-Formen.
Der sportliche Freikampf ging wahrscheinlich aus traditionellen Faustkampf-Wettbewerben und Ringerspielen des Altertums hervor.
Während der Ming- (1368–1644) und Qing-Dynastie (1644–1911) bildete sich eine große Anzahl verschiedener Schulen und Stilrichtungen heraus. Ein gut ausgebildeter Kampfkünstler musste die 18 Meisterschaften der Waffen beherrschen: Bogen, Speer, Säbel, Schwert, Lanze, Schild, Beil, Dreizack, Peitsche, Hakenschwert, Stock und mehr.
Es entstand die Unterscheidung zwischen Innerer und Äußerer Schule: Die Innere Schule setzte auf geschmeidige Abwehr und das gezielte Angreifen empfindlicher Körperstellen — die Shaolin-Schule pflegte einen aggressiveren, spektakuläreren Stil.
1909 eröffnete Großmeister Huo Yuan Jia die legendäre Jing Wu-Sportschule in Shanghai. 1923 fanden die ersten offiziellen chinesischen Wushu-Meisterschaften statt. 1936 reiste ein chinesisches Team zu den Olympischen Spielen nach Berlin — die erste Begegnung der westlichen Sportwelt mit der traditionellen chinesischen Kampfkunst.
1959 wurde Wushu von der chinesischen Regierung offiziell als Volkssport anerkannt. Während der Kulturrevolution (1966–1976) wurden die traditionellen Kampfkünste unterdrückt — viele Meister gaben ihr Wissen im Untergrund weiter oder flohen nach Taiwan, Hongkong und in andere Länder. So verbreitete sich das traditionelle Wushu in der Welt.
1990 erschien Wushu als offizielle Wettkampfdisziplin bei den Asienspielen in Beijing — gleichzeitig wurde die International Wushu Federation (IWF) gegründet. 1992 setzte der Nationale Wushu-Arbeitskongress wichtige Meilensteine für Systematisierung, Standardisierung und wissenschaftliche Forschung.
Seitdem haben chinesische Wushu-Abordnungen rund 40 Länder besucht und ihre Kunst einem internationalen Publikum nähergebracht.
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